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Kontrastverbesserung bei Databox Speed Dragon von Hagenuk

Speed Dragon von Hagenuk ist ein ISDN Telefonadapter mit einer eingebauten  aktiven ISDN Karte die über eine serielle Schnittstelle angeschlossen wird. Ein der viele Vorzüge der Databox ist unumstritten das Display.

Es gibt bereits mehrere Bastelanleitungen im USENET die es beschreiben wie man eine Displaybeleuchtung einbaut und hier soll noch eine wie man den Kontrast des Display verbessert entstehen.

ACHTUNG: mit dem Öffnen des Gehäuses erlischt die Garantie !
Die jenigen die nicht mit dem Lötkolbem umgehen können und die CMOS Vorsichtsmassnahmen nicht kennen sollten von der Durchführung der unten genannten Massnahmen absehen. Ferner sollte man auch mit einem Multimeter umgehen können. Ich übernehme keinerlei Haftung und der Umbau ist auf eigene Gefahr durchzuführen.

Vorgehensweise

Zunächst sollten wir alle Zuleitungen entfernen und das Gehäuse aufmachen. Dann legen wir die Platine wie unten auf dem Bild gezeigt auf den Tisch. Wir interessieren uns für den rot eingekreisten Bereich:

[Bild: Speed Dragon Hauptplatine]

Fast jedes LCD Modul besitzt ein extra Anschluss um den Kontrast einsellen zu können, auch das von Speed Dragon. Dieser Anschluss ist auf dem unteren Foto mit "K" gekennzeichnet. Dafür wird normalerweise eine negative Spannung an diesen Anschluss gegeben. Bei der Databox gibt es hier 4 unbestückte Bauteile, die sonst die Funktion hatten, eine negative Spannung an das Display zu führen: R1, R2, D und DZ.
(die Bezeichnungen gelten nur in dieser Anleitung, auch die Komponenten sind von mir gewählt und haben nichts mit den Originalunterlagen von Hagenuk gemeinsam).

[Bild: Auschnitt mit den Bauteilen]

Es hat sich offensichtlich herausgestellt, daß der Kontrast mit dieser Beschaltung in den meisten Fällen ausreichend war, wodurch man die 3 oder 4 Bauteile einsparren konnte (meine eigene Interpretation). In der aktuellen Schaltung wird der Kontrast-Anschluss über den Widerstand "Rx" mit Masse verbunden.

[Bild: Kontrastanschluss]

Bei manchen Ausführungen beträgt der Rx = 0 Ohm und bei anderen wiederum 2.2kOhm, ich gehe davon aus daß auch noch andere Werte "verbaut" wurden. Wer hier ein 2.2kOhm Widerstand hat, hat auch den schlechteren Kontrast, da sich über dem Widerstand ein Spannungsabfall von ca. +0.1V bildet und dadurch der Kontrast schwächer wird, bei einer Brücke auf Masse ist der Kontrast besser Wie auch immer. Falls der Rx nur eine simple Brücke sein sollte (0 Ohm), muss er ausgebaut werden. Um das festzustellen muss man den Wert des Rx ablesen "000" bedeuten eine Brücke und "222" bedeutet 2,2 kOhm. Falls der Widerstand weiß ist und man keine Zehlen sieht, wurde er wahrscheinlich "auf dem Kopf" eingebaut, hier muss mit dem Multimeter nachgemessen werden.

Durch das Nachrüsten der "weggesparrten" Bauteile werden wie die unten aufgeführte Beschaltung erreichen.

[Bild: Schaltung]

R1 = 10kOhm
R2 = 2kOhm
Rx = 2kOhm
D = 1N4148

Die Diode D setzt das Spannungsniveau von -22V auf ca. -0.6V herab, es ist sehr wichtig daß die Anode auf Masse liegt, da sonst -22V auf das Display geleitet werden. Die Widerstände R2 und Rx bilden einen Spannungsteiler der die -0.6V noch mal auf ca -0.3V runterteilt.

Nun können mit dem Bestücken der Bauteile anfangen.
Zuerst löten wir R1 und D ein. Die Anode der Diode sollte hierbei an das linke Lötpad und die Kathode an das rechte angelötet werden (das obere Pad bleibt frei).

[Bild: Loetpads der SMD-Diode]

VORSICHT: den Versorgungsstecker passt mechanisch auch in den RS232 und ISDN Anschlüsse, wo er aber die Speed Dragon Databox beschädigen kann ! Hier gilt: lieber 10 mal zu viel Gucken als einmal zu wenig !

Nach einer Sichtkontrolle schalten wir das Gerät ein.

Dann messen wir die Spannung an der Katode der Diode D gegen Masse, sie muss ca. -0.6V betragen. Beträgt sie -22V dann wurde die Diode falschrum eingelötet und muss umgedreht werden bzw. die Diode ist defekt.
Wenn die Spannung -0.6V zu messen ist, schalten wir das Gerät wieder aus (Versorgungsstecker von der Platine entfernen) und löten die R2 und eventuell Rx ein (falls man ihn vorher entfernt hat).

Nach dem alle Bauteile eingelötet worden sind, kontrollieren wir noch mal alles auf evtl. selbstverursachte Kurzschlüsse und Lötzinnklekse und ggf. entfernen diese.

Nach einer nochmaligen Sichtkontrolle verbinden wir die Platine wieder mit dem Netzteil und schalten es ein. Das Gerät muss sich normal verhalten (wie bisher), dh. im Einschaltmoment sollen alle Displayelemente kurz aufleuchten und dann gleich wieder ausgehen, danach sollte eine Meldung "Speed dragon System boot" kommen. Falls sich das Gerät anders als sonst verhält (zB: Geräusche, Gerüche oder Qualm) sofort den Netzstecker ziehen, bei Hagenuk anrufen und eine neue Speed Dragon Databox bestellen :-))))
Jetzt mal im Ernst: falls etwas schiefgehen sollte ist der Urzustand wiederherzustellen und nach einer nochmaligen Sichtkontrolle das Gerät wiedereinschalten, wenn es nicht mehr funktioniert, haben wir das Gerät geschaft :-( Dann hilft nur eine Reparaturwerkstatt. Was wir allerdings nicht hoffen :-)

Falls die Databox wie gewohnt funktionniert war der Umbau erfolgreich. Wenn der Kontrast trotz der Veränderung der R2 und Rx immer noch unzureichend ist, kann man anstatt der einen Diode zwei in Reihe (gleiche Richtung) einlöten. Dadurch steigt  Die Spannung von -0.6V auf ca. -1.2V. In den 2 mir bekannten Fällen war das jedoch nicht notwendig.