[ lamepage · Amiga · Netzwerk ]

Der Amiga im (Linux-)Netzwerk

Übersicht:

Seriell mittels Terminalprogramm

Die wohl einfachste Verbindung ist die Serielle über ein Null-Modemkabel. Das Kabel wird bei den beiden zu verbindenden Rechnern jeweils an deren serielle Schnittstelle angeschlossen. Dann kann man auf jedem Rechner ein Terminalprogramm starten und darüber kommunizieren.
Auf einem Linuxrechner läßt sich das aber komfortabler lösen, indem man auf dem seriellen Port einen getty laufen läßt, über das man sich dann wie gewohnt einloggen kann. Hierzu bietet sich mgetty an.

Konfiguration von mgetty unter Linux:

Die Konfigdateien von mgetty liegen unter /etc/mgetty/, oder auch /etc/mgetty+sendfax/.
Für den Login ist in der Datei login.config folgender Eintrag zuständig:

# This is the "standard" behaviour - *dont* set a userid or utmp
#  entry here, otherwise /bin/login will fail!
#  This entry isn't really necessary: if it's missing, the built-in
#  default will do exactly this.
#
*       -       -       /bin/login @

Normalerweise ist das auch voreingestellt und wenn nicht, lt. dem obigen Hinweis ist die Defaulteinstellung sowieso schon richtig.

mgetty wird über init gestartet, das heißt in der Datei /etc/inittab sollte folgender Eintrag stehen:

# Example how to put a getty on a modem line.
#
T3:23:respawn:/sbin/mgetty -s 38400 -r /dev/ttyS0

Damit init seine Konfigdatei neu einliest, und somit mgetty startet, muß man ihm mit einem Signal Bescheid geben:

# kill -HUP 1

(init hat immer die ProzessID 1)

Jetzt sollte mgetty eigentlich gestartet worden sein. Überprüfen kann man das mal schnell mit:

[~]$ ps ax | grep mgetty
 9835  ?  S    0:00 /sbin/mgetty -s 38400 -r /dev/ttyS0

Nun kann man am Amiga ein Terminalprogramm starten und es sollte, evtl. nach dem Drücken einer Taste, der Login-Prompt erscheinen:

Term: Linux-Login


Seriell mittels ppp

Ein bisschen komfortabler ist eine ppp-Verbindung über einen TCP/IP-Stack, denn hier kann man alle Möglichkeiten einer richtigen Netzwerkverbindung auskosten. Also z.B. die Benutzung von geeigneten Klienten, wie Webbrowser, FTP-Programme, telnet oder sogar das X-Window System. Im Folgenden wird die Konfiguration auf der Linux- und Amigaseite beschrieben.
Konfiguration unter Linux

Die Linuxmaschine wird hier als Server fungieren und ein ppp-Login über die serielle Schnittstelle bereitstellen. Dafür kann man sich wieder des guten alten mgetty bedienen, welches ein sogenanntes AUTO-PPP bereitstellt. Das heißt, mgetty erkennt automatisch, ob an der Schnittstelle ein normaler Login, oder ein ppp-Login stattfinden soll. Wenn mgetty erkennt, daß ein ppp-Login anliegt, wird der pppd gestartet, welcher dann die Verbindung übernimmt.

Für die richtige Einstellung von mgetty muß in der Datei /etc/mgetty{+sendfax}/login.conf folgendes eingetragen sein:

# Automatic PPP startup on receipt of LCP configure request (AutoPPP).
#  mgetty has to be compiled with "-DAUTO_PPP" for this to work.
#  Warning: Case is significant, AUTOPPP or autoppp won't work!
#  Consult the "pppd" man page to find pppd options that work for you.
#
#  NOTE: for *some* users, the "-detach" option has been necessary, for 
#        others, not at all. If your pppd doesn't die after hangup, try it.
#
#  NOTE2: "debug" creates lots of debugging info.  LOOK AT IT if things
#         do not work out of the box, most likely it's a ppp problem!
#
#  NOTE3: "man pppd" is your friend!
#
/AutoPPP/ -     a_ppp   /usr/sbin/pppd auth -chap +pap login debug

Nachdem dies eingetragen wurde (normalerweise ist auch dieses voreingestellt), muß evtl. mgetty neu gestartet werden:

diana:~# pidof mgetty
9835
diana:~# kill -15 9835

Jetzt muß noch eine Konfigurationsdatei für den PPP-Dämon angelegt werden. Diese liegt in /etc/ppp und nennt sich options.ttyS0. Wenn eine andere serielle Schnittstelle verwendet wird, dann heißt diese Datei entsprechend anders (z.B. options.ttyS1 für die 2. ser. Schnittstelle).

Hier ein Beispiel von /etc/ppp/options.ttyS0:

# If you need to set up multiple serial lines then copy
# this file to
# options.<ttyname>     for each tty with a modem on it.
#

# localip:remoteip
192.168.1.2:192.168.1.3

# use hardware flow control
crtscts

# don't use modem control line (CD, DTR)
local

# use lock file
lock

# netmask
netmask 255.255.255.0

# this is a server, so we don't need a defaultroute on this device
nodefaultroute

# wait for LCP packets from peer
passive

# never want to use ipx
noipx

Für die IP-Adressen (localip, remoteip) müssen die entsprechenden Rechneradressen eingegeben werden. In diesem Fall hier ist 192.168.1.2 der Server und 192.168.1.3 ist der Amiga.
Das war dann auch schon die Konfiguration auf der Linuxseite.

Konfiguration auf dem Amiga

Als TCP/IP-Stack wird hier Miami in der Version 2.1 verwendet.

Hier die wichtigsten Konfigurations-Dialoge von Miami:

Schnittstelle:

Miami: Einstellungen der Schnittstelle
 

PPP:

Miami: PPP Konfiguration

Hinweis: Da der pppd mit der Option login gestartet wird, muß auf dem Linuxrechner auch ein user mit dem hier  bei pap/chap verwendeten Usernamen vorhanden sein. Als Passwort wird dann logischerweise das des users benutzt. Weiteres zu der login-Option ist in der manpage von pppd beschrieben.

Datenbank: In der Datenbank sollten alle Rechner im lokalen Netz eingetragen sein.

TCP/IP: Bei Hostname sollte der Rechnername vom Amiga eingetragen sein.

Modem: Der Checkbutton Nullmodem muß aktiviert sein.

Das war es dann auch schon mit der Konfiguration von Miami. Jetzt sollte man mal ausprobieren, ob das Ganze auch funktioniert. Also einfach auf den Button Online klicken und Miami sollte dann anfangen die Verbindung aufzubauen.

Miami: Verbindungsaufbau

Nach kurzer Zeit sollte dann dieses Fenster verschwinden und im Statusfenster von Miami folgendes erscheinen: Miami ist jetzt online.
Falls etwas nicht klappt, wird Miami eine mehr oder minder aussagekräftige Fehlermeldung ausgeben (Linklevelprotokoll konnte nicht initialisiert werden, oder so ähnlich). Dann sollte man lieber im Syslog vom Server nachschauen und evtl. den Debuglevel in options.ttyS0 mittels kdebug x (x = 1,2,4, etc. (siehe man pppd!)) erhöhen, um genauere Fehlermeldungen zu bekommen.

Nun hat man eine richtige Netzverbindung zum Linux-Server und kann mittels geeigneter Klienten auf den Server zugreifen. Vorausgesetzt, die entsprechenden Serverdienste laufen auch auf der Linuxmaschine. Hat man auf dem Server das Masquerading/NAT aktiviert, kann man natürlich auch über diesen ins Internet gehen. Allerdings ist zu bedenken, daß die serielle Verbindung mit den hier verwendeten 38400 bps nicht gerade die Krönung an Geschwindigkeit ist. Besser ist es auf jeden Fall, wenn man im Amiga eine richtige Netzwerkkarte hat. Dessen Konfiguration ist weiter unten beschrieben.


Ethernet-Verbindung mit der X-Surf Netzwerkkarte

Da mir die langsame Verbindung über die serielle Schnittstelle nach einiger Zeit doch ziemlich auf die Nerven ging, habe ich dem Amiga endlich eine Netzwerkkarte gegönnt. Nach einigem Rumsuchen habe ich mich dann für die relativ preiswerte X-Surf von Individual Computers entschieden. Hier nun die Konfiguration mittels Miami 2.1.

Im Prinzip sind dafür nur Änderungen im Dialogfeld Schnittstelle nötig:

Miami:X-Surf-Konfig

Also einfach den Schnittstellentyp auf SANA-II stellen, das Device der Netzwerkkarte angeben, die Netzmaske und das Default-Gateway (das ist hier der Linux-Server) eintragen und glücklich sein :-).
Alternativ kann man auch das Konfigurationsprogramm MiamiInitSANA2 aus dem Miami:-Verzeichnis benutzen, welches die Netwerkkarte halbwegs automatisch konfiguriert.